Vom Wohnheim in die erste eigene Wohnung / Teil 2

Es ist ein Dienstagabend im Januar und ich stehe vor der Eingangstüre eines Mehrfamilienhauses in Luzern. Ich klingele bei einem der vielen Namensschilder und betrete nach einem kurzen Surren das Haus. Nach einem längeren Aufstieg im Treppenhaus erwartet mich Jasmin mit einem breiten Lächeln und einem herzlichen «Willkommen!» in ihrer Haustüre.

Die Suche nach einer passenden Wohnung für Jasmin verlief unerwartet schnell. Damit sie bestmögliche Chancen auf dem Wohnungsmarkt hatte, spannten alle drei Mitarbeitenden von luniq zusammen, um die Suche flexibel koordinieren und organisieren zu können. Jasmin recherchierte im Internet nach geeigneten Wohnungen und sendete diese anschliessend an luniq zur Überprüfung. Bei einem Treffer nahm luniq Kontakt auf mit der Verwaltung oder Mieter*innen, um Besichtigungstermine zu vereinbaren. Je nach Wochentag und Termin konnte es sich jemand von luniq einrichten Jasmin zur Besichtigung zu begleiten.

Die erste Wohnungsbesichtigung war etwas Besonderes und fühlte sich für Jasmin an wie der offizielle Startschuss in ein neues Leben. Kaum in der Wohnung, fing sie an sich vorzustellen, wie sie die Wohnung einrichten könnte, welche Möbel sie noch besorgen muss und wie sie ihren Feierabend auf dem Gartensitzplatz ausklingen lassen kann. Jedoch erfüllte die Wohnung nicht alle für sie wichtigen Kriterien, weshalb die Suche weiterging. Es folgte Wohnung Nummer zwei, die ebenfalls nicht ganz überzeugte. Die dritte Wohnungsbesichtigung hingegen war ein Highlight. Die Wohnung entsprach allem, was sich Jasmin wünschte und wurde gekrönt mit einem wunderschönen Blick auf den Pilatus. Für sie war klar: Diese Wohnung ist es! Also reichten wir umgehend die Bewerbungsunterlagen ein und der Vormieter versprach uns, ein gutes Wort bei der Verwaltung einzulegen. Zwei Wochen später erhielt Jasmin die Zusage für die Wohnung und wir alle freuten uns sehr. Ein wichtiger erster Meilenstein war getan!

Danach folgte die ganze Umzugsplanung. Während luniq sich vor allem um administrative Angelegenheiten kümmerte, wie z.B. dem Heimaustritt oder Abklärungen mit der Verwaltung, nahm Jasmin die Planung des gesamten Umzugs mit ihren Unterstützer*innen in die Hand. Ich staunte, welche Energien und Ressourcen sich bei ihr freisetzten, wie sie Umzugshelfer*innen und neue Möbel organisierte und den Umzug koordinierte.

Im Dezember dann zog Jasmin in ihre erste eigene Wohnung. Dank dem grossen Netz an Helfer*innen aus ihrer Familie erfolgte der Umzug reibungslos und die Wohnung konnte bereits in den ersten Tagen wohnlich eingerichtet werden.

Bild: Jasmin in der Küche ihrer neuen Wohnung, mit Blick auf den Pilatus.

Und damit komme ich wieder zum Moment, als mich Jasmin mit einem breiten Lächeln in ihrer Haustüre erwartet. Der erste von vielen Hausbesuchen von luniq steht an und ich bin gespannt darauf von Jasmin zu hören, wie ihre ersten Tage und Nächte in der neuen Wohnung waren. Zuerst aber zeigt sie mir stolz ihre eingerichtete Wohnung und ich freue mich mit ihr.

In einem nächsten Blogbeitrag erzähle ich euch, wie so ein Hausbesuch von luniq ablaufen kann und wobei Jasmin in Zukunft von luniq unterstützt wird. Weiter wird Jasmin erzählen, wie sie sich in den ersten Monaten in ihrer neuen Wohnsituation eingelebt hat und was sich für sie verändert hat, seit sie nicht mehr im Wohnheim lebt.

Winterliche Grüsse,

Fleur Matson
Luniq-Fachperson

Falls sie näher an unserem Projekt interessiert sind oder zur Umsetzung beitragen möchten, freuen wir uns, sie kennen zu lernen.